Paul Spense, in die Jahre gekommener abgehalfterter Hollywood-Schauspieler mit deutschen Wurzeln, schlägt sich mit kleinen Rollen und Alkohol durchs Leben. Er träumt davon, aus der Filmmaschine auszusteigen und in Europa noch mal ganz von vorn anzufangen.
Der Traum erfüllt sich auch- aber anders, als Spense es sich gedacht hatte: Nach einem Unfall in den Hollywood-Hills findet er sich in Berlin wieder- allerdings im Jahr 1941 und dort gerät der Mime in echte Schwierigkeiten. Er fällt in die Hände der Gestapo....

Hörproben

Helmut Krauss, Dietmar Mues, Ulrike Frank, Lutz Mackensy, Jürgen Thormann,
Achim Schülke, Katrin Gerken, Jona Mues, Volker Bogdan, Franz-Josef Steffens,
Aranka Mamero-Jaenke, Robert Missler, Werner Cartano, Steffen Przbyl, Thorsten W. Weber, Antje Seibel und Frank Gustavus.

Blackout: Hörspiel, 1 CD, 59 Min., Preis: EUR 12,90

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Musik :
Solo-Violine :
Geräusche :
Tonmeister :
Illustrationen :
Artwork :
Buch, Regie und Produktion :
Jan-Peter Pflug
Rodrigo Reichel
Martin Langenbach
Manfred Knauff
Dominik Krause-Paulus
Holger Albertini
Frank Gustavus
Presse-und Webstimmen:

Eine Stunde rasante Unterhaltung, Geräuschteppiche mit Knalleffekten, eigens komponierte filmreife Musik, eine akribische Regie und hoch konzentrierte und engagierte Schauspieler. Ein lautes, buntes, wildes Hörspiel. (...) Die Personen wüten, fallen sich ins Wort, gelegentlich laufen sogar im Hinter- und Vordergrund parallele Dialoge. Und immer wieder peitscht die Musik das Stück voran, forciert das Tempo und den Adrenalinpegel. (...) Plötzlich wird aus der Künstlerbiographie, dem Hollywood-Sittengemälde eine Zeitreisegeschichte und bald ein Actionreißer, dessen Hintergrund aber erst einmal offen bleibt. (...) "Blackout" ist eine sinnenfrohe, lärmende, liebevoll gemachte Produktion. WDR 5 "Service Hörbuch"

Ein Meisterwerk. Virtuos, souverän, eigenwillig. (...) Von einer Hollywood-Party bis in die Folterkeller des NS-Regimes werden wir mitgenommen. (...) Beispielhaft exakt und liebevoll werden Figuren und Ambiente entwickelt - vom Duktus bis zum Lokalkolorit stimmt einfach alles. (...) Man versinkt förmlich im Bassin der Zeitebenen. (...) Noch eine ganze Weile nach dem Ende der CD ist man still, ganz benommen von diesem akustischen Bilderrausch. Echthoerbuch.de

Wer sich für das Dritte Reich interessiert, dem sei dieses Hörspiel ganz besonders ans Herz gelegt. Doch auch diejenigen sollten vielleicht einmal einen Blick darauf werfen, die Erzählungen mit Tiefgang lieben und gern einmal einer Geschichte lauschen möchten, die sowohl Seele als auch Geist anspricht. Roter Dorn.de

Ein Hör-Spielfilm mit Top-Besetzung, überaus realistischer Geräuschkulisse und grandiosem Soundtrack. Hoerothek.de

Produktionsnotizen zu den "Blackout"-Aufnahmen
03.09.02: Es ist soweit: Nachdem wir mit Lutz Mackensy und Katrin Gerken schon vor zwei Wochen im Hamburger Off Beat-Studio waren und sie ihre Rollen eingesprochen haben, ist heute und morgen die Großbesetzung dran.
Den Anfang macht Dietmar Mues, der mit formschönem Oberlippenbart und völlig durchnäßtem T-Shirt auftaucht. Nein, er ist nicht durch die Alster geschwommen, sondern mit dem Rad gekommen und steht, wie schon bei den Aufnahmen zu "Jack the Ripper", mal wieder unter Hochdruck. Schon bei der Begrüßung ist er in Gedanken bereits vor dem Mikro- er hat tatsächlich etwas von einer Dampflok, man sieht den Qualm förmlich aus seinen Ohren fließen. Als erstes spricht er einen der wenigen ge-x-ten Parts ein, das Gegenstück zur Rolle von Lutz Mackensy, der wegen Dreharbeiten nicht bei den ´großen´ Aufnahmen dabeisein konnte.


Lutz Mackensy

Dietmar hat seine Szene wie immer schnell im Kasten, muß sogar, in punkto Intensität, ein bißchen gebremst werden, damit er uns nicht ´das Studio abreißt´. Arne Adrian, unser Best Boy, spricht von "Mr. 10.000 Volt"- wenn man damit mal hinkommt... Weiter geht es mit dem ersten Dialog des Tages, einer Szene in der Dietmar Mues und Helmut Krauss zwei Erzfeinde spielen. Helmut ist die Hauptfigur in "Blackout", der abgehalfterte Schauspieler Paul Spense. Einige werden Krauss als "Nachbar Paschulke" in "Löwenzahn" kennen, andere als Synchronstimme von Samuel L. Jackson in "Pulp Fiction", John Goodman in "The Big Lebowski" oder auch als den ´späten Marlon Brando´. Helmut ist eine unglaublich imposante Erscheinung: mit seiner Körperfülle und dem dazugehörigen Sprechorgan nimmt er sofort einen ganzen Raum ein, und es ist gut, daß er so ein starker Charakter ist, denn sonst würde er von Dietmar glatt an die Wand gespielt werden. Aber im Gegenteil: Die beiden passen stimmlich und vom Temperament sehr gut zusammen und liefern ein wahres Dialog-Feuerwerk ab. Mittlerweile ist Volker Bogdan eingetroffen und überbringt die Hiobsbotschaft, Franz-Josef Steffens, der für diesen Nachmittag eingeplant ist, liege mit Grippe im Bett. Mein Gott, wer soll den Mann stimmlich ersetzen?!? Die Antwort hierauf muß aber erst mal warten, denn Helmut, Dietmar und Volker Bogdan sind mit den nächsten Szenen dran. Wieder ein eingespieltes Team, auch Bogdan paßt wie die Faust aufs Auge- klasse!


Volker Bogdan, Dietmar Mues und Helmut Krauss

Jetzt kommt der erste Auftritt von Ulrike Frank. Die Wahlberlinerin hat als Auftakt eine besonders harte Nuß zu knacken: Sie muß mit Helmut und Dietmar sofort eine der schwierigsten Szenen im Stück spielen und hat keine Möglichkeit, ihren Rollen-Charakter vorher auszuprobieren. Aber sie macht ihre Sache großartig, ist 1a vorbereitet, Technik, Regie und Assistenz haben Gänsehaut! Kurze Pause, Robert Missler trifft ein. Es ist eine wahre Freude, mit diesem gutgelaunten Stimmtalent zusammenzuarbeiten. Robert spielt einen Berliner Polizisten, hat die ´Schnauze´ einwandfrei drauf und ist einfach spitze. Zwischendurch unterhält er das Team auch noch mit diversen Trickstimmen und einer Martin-Semmelrogge-Parodie... Eine halbe Stunde später: Dietmar Mues hat alle seine Szenen eingesprochen und eilt weiter zu Theaterproben; Robert Missler, Ulrike Frank und Helmut Krauss sind mit der ersten Berlin-Schlüsselszene dran- zwei Takes und die Sache ist im Kasten.


Ulrike Frank, Helmut Krauss und Robert Missler

Das Telefon klingelt. Tina vom Off Beat-Studio reicht an Frank Gustavus weiter ´Ist wohl für Dich!´ ´Ja, hallo- Franz-Josef hier.´ Gott, den hätte ich beinahe vergessen. ´Es geht mir nicht gut, aber morgen wird´s schon klappen´- wenn nicht rufe ich an´, brummt er und klingt noch seebäriger als sonst. Ein Felsbrocken fällt von diversen Herzen. Keiner hätte gewußt, wer so schnell für F.-J. hätte einspringen sollen- hoffentlich kommt er auch, sonst stehen wir auf dem Schlauch! Es schellt, Aranka Mamero-Jaenke kommt und spielt mit Ulrike und Helmut ihre erste Szene als "dicke Berta", die berlinernde Gastwirtin.


Ulrike Frank und Aranka Mamero-Jaenke

Der nächste im Bunde ist Jona Mues, Dietmars Sohn, vom Vater mit den Worten eingeführt ´Der Junge hat Talent´. Stimmt, Jona ist klasse und vor allem Helmut Krauss absolut begeistert von diesem ´frischen jungen Kollegen´.


Helmut Krauss, Ulrike Frank und Jona Mues

Da F.-J. für diesen Tag ausfällt und alle anwesenden Sprecher mit ihren Rollen durch sind, verabschieden wir sie und haben die erste größere Pause. Kaffeetrinken, Brötchenessen, eine rauchen- alle sind zufrieden. Dann werden einige Mengenszenen eingesprochen, das Team hat Spaß wie Kinder bei einer Heim-Hörspiel-Produktion. Dann erscheint der letzte Sprecher für heute, Steffen Przybyl, hauptberuflich Redakteur beim NDR-Satiremagazin "Extra 3", ein ´Ostler´ mit wunderbarem Bariton. Er gibt einen Sturmbannführer zum Besten, der sich gewaschen hat, ääh, wie er im Buche steht. Dann: Feierabend, der erste Aufnahmetag ist gelaufen.



04.09.02:


Helmut Krauss und Achim Schülke

11 Uhr, wieder im Studio, Achim Schülke ist zu früh dran, Helmut Krauss noch nicht da und so wird erst mal geplauscht. Eine halbe Stunde später stehen Achim und Helmut in den Rollen von Hollywood-Agent und Schauspieler-Wrack vor dem Mikro und geben ein Spitzenteam ab. Schnell ist Achims Part durch, er würde gern noch weitermachen. Tschüß, bis bald- Werner Cartano kommt. Schön, diesen Grandseigneur wieder im Studio zu haben, wie Anfang 70 sieht der Mann nun wirklich nicht aus und klingt auch nicht so. Er spielt die ihm zugedachte Rolle in seinem badischen Heimatdialekt- ein Traum!


Werner Cartano

Dann ist Helmut Krauss mit seinen Erzählerparts an der Reihe- da kommt der ´Brando´ förmlich durch die Lautsprecher gekrochen- alle sind hin und weg. Eine bessere Besetzung hätte es für die Hauptrolle nicht gegeben. Und dann trifft noch jemand ein, den wir wieder fast vergessen hätten: Franz-Josef Steffens. Grippemäßig noch ein bißchen wackelig auf den Beinen, will er trotzdem arbeiten und am Nachmittag sogar noch seine "Wallenstein"- Theaterproben wahrnehmen. Da ist sie wieder, die Stimme, die wir als Kinder auf unzähligen Hörspielplatten gehört haben und die, nach dem "Ripper" nun zum zweiten Mal in einer Ripper Records-Produktion dabei ist, und wieder sind alle nachhaltig beeindruckt!


Helmut Krauss und Franz-Josef Steffens

Auch F.-J.´s Szenen mit Helmut sind bald im Kasten, er spielt noch eine kleine Sequenz mit dem Regisseur zusammen und dann... sind die "BLACKOUT"-Sprachaufnahmen beendet. Keiner will es so recht wahrhaben, aber es hilft nichts: F.-J. und Helmut werden verabschiedet, es müssen noch einige Geräusche selbstgemacht werden und dann ist auch diese Arbeit getan. Weiter geht es dann in der nächsten Woche mit Sprachschnitt und Geräuscheanlegen, einige Szenen werden an Jan-Peter Pflug weitergegeben, der die Musik komponiert- aber das ist eine andere Geschichte...

13.09.02:

Der "BLACKOUT"-Sprachschnitt ist fertig: 57 Minuten sind es geworden, mit Geräuschen, Atmos und Musik dürfte gut eine Stunde Hörspiel herauskommen.


Jan-Peter Pflug und Antje Seibel

Heute geht es wieder ins Studio, diesmal ins Hamburger "Cut 5", um mit Jan-Peter Pflug und Antje Seibel einen Schlager aufzunehmen, der später in eine Berliner Kneipen-Szene eingebaut werden wird. Zwei Weltpremieren: zum einen haben die beiden noch nie miteinander im Aufnahmeraum gestanden, zum anderen ist "Die Liebe" das erste Stück Musik aus der Feder von Regisseur Frank Gustavus. Jan-Peter, der Komponist der "BLACKOUT"-Musik, gibt sich die Ehre am Akkordeon, um das Ganze möglichst authentisch zu halten, und Antje macht die Chanteuse. Die beiden sind kaum zu bremsen, bieten immer wieder neue Versionen des Schlagers an. Take Nummer 3 ist gekauft, Musikant und Sängerin bestehen aber noch auf zwei weitere Variationen, am Ende ist dann doch Take 3 der Richtige.

Jan-Peter bekommt noch einige provisorisch mit Geräuschen versehene Rohszenen des Hörspiels, hierzu wird er in den nächsten Tagen die Musiken eins zu eins anlegen, für ein Stück wird sogar ein Geiger gebucht.

23.09.02:

Wieder im Cut 5-Studio. Heute wird die Solo-Geige für das "Blackout"-Schlußthema aufgenommen. Rodrigo Reichel, langjährig freischaffender Violinist und somit Studio-Profi, spielt das Ganze. Er und Jan-Peter Pflug legen noch einen Click an, damit Rodrigo sich in dem sehr frei gespielten Stück timingmäßig orientieren kann und dann geht´s ab in den Aufnahmeraum und an die Regler.

Begonnen wird mit einer kurzen Fassung; der zweite Take ist schon sensationell. Rodrigo macht noch drei weitere Angebote und kommt in den Mischraum, um sich das ganze Stück anzuhören. Er ist zufrieden- wir auch! Als Jan-Peter dann den Erzählerpart von Helmut Krauss auf die Musik legt, meint der Geiger "Das ist ja was zum Heulen..." Stimmt! Rodrigo spielt die lange Fassung ein und alle sind sich einig: Die kurze Version ist zu kurz, weil zu schön und wäre als reiner Unterleger für einen noch so wichtigen Sprechpart verschenkt. Wir werden es im Hörspiel mit der langen Fassung probieren!

26.-30.09.:

Jan-Peter Pflug setzt zum musikalischen Endspurt an. Für die erste Erzählerpassage hat er sich spontan einen Jazz-Unterleger ausgedacht, der so klasse ist, daß er jetzt auch noch an zwei anderen Stellen auftauchen muß. War so gar nicht geplant... "Blackout" entwickelt eine unglaubliche Eigendynamik. Die Schauspieler haben den geschriebenen Text gesprochen und gespielt, die Geräusche machen nach und nach die nötige Atmo (Tonmeister Manni Knauff ist wie schon beim "Ripper" der ´Panoramaman´!), die Musik bereichert total! Jan-Peter ist der absolute Perfektionist. An zwei Songs, die auf einer Party im Hintergrund laufen, hat er 20 (!) Stunden gearbeitet- und ist immer noch nicht zufrieden. Nachdem er überzeugt wurde, mit dem Stück nicht den "Echo" gewinnen zu müssen (das tut er schon mit der Geigennummer), hat er bald den ersehnten Mittelteil gefunden.

Jan-Peter arbeitet sehr ´filmisch´. Für die meisten Szenen, in denen Musik vorhanden ist, komponiert er direkt zum Dialog, wenn er eine Stelle nicht mit den Original-Sprechern vorliegen hat, spricht er sie selbst (so geschehen bei einem Helmut Krauss-Erzählerteil). Jeden Tag schickt er per E-mail neue Musik-Variationen ins Studio, wo Manfred Knauff und Frank Gustavus an den Geräuschen und Atmos sitzen. Von hier kommen Veränderungsvorschläge, Lob und Kritik, Jan-Peter setzt alles um, schickt die neuen Versionen vorbei, und nach und nach gewinnt das Hörspiel immer mehr Gesicht. Des nachts wird dann immer wieder telefoniert, gemailt, rumgesponnen, erfunden und wieder verworfen. Langsam dämmert allen, daß das Stück viel aufwendiger wird, als gedacht, wir also dementsprechend länger brauchen werden. Es hilft alles nichts: Der VÖ-Termin wird verschoben.

18.01.03:

Es ist vollbracht: Am vergangenen Mittwoch, 15.01., sind im Berliner On Air-Studio die letzten Sprachaufnahmen für "Blackout" über die Bühne gegangen. Mit dabei waren Ulrike Frank, Helmut Krauss und Jürgen Thormann, auf den wir uns besonders freuten, weil wir bisher noch nicht mit ihm gearbeitet hatten. Er kam dann auch, der Mann mit der unverwechselbaren Stimme, in deren Genuß man neulich noch im Kino kommen konnte, als Thormann den Dr. Chilton in "Roter Drache" sprach. Auch bei uns war er als Psychiater besetzt, diesmal als Dr. Elby, der in der Geschichte des abgewrackten Hollywood-Schauspielers Paul Spense (Helmut Krauss) eine allzu wichtige Rolle spielt.

Die Aufnahmen waren klasse, Krauss und Thormann gaben ein perfektes Team ab, kannten sich natürlich von diversen Synchronarbeiten, so daß sie super eingespielt waren- Profis eben. Ulrike Frank mußte nur noch einen Minipart spielen und dann kamen noch einige Einzeltakes mit Helmut Krauss an die Reihe. Vorteil bei den kompletten Nachaufnahmen ist, daß sie fast alle in neuen Szenen zum Einsatz kommen, sprich man kein großes Geklebe von neuen Sätzen in alte Aufnahmen machen muß. In den nächsten Wochen wird alles eingesetzt, neu geschnitten und mit Atmos versehen. Am 1. März wird gemischt, und dann geht "Blackout" ab ins Presswerk, um am 31. März als fertige Hörspiel-CD auf unserem bzw. der Hörschaften Tisch zu liegen.